Pfiat di, Gerhard! Nach 36 Jahren geht ein Urgestein der Inntal-Schule in den Ruhestand

Manche Menschen sind einfach Schule. Gerhard Breitsameter ist so einer. Am Mittwoch haben wir ihn nach sage und schreibe 36 Jahren am sonderpädagogischen Förderzentrum Inntal-Schule Brannenburg in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet – mit einem Fest, das genauso war wie er selbst: warmherzig, humorvoll und mit dem ein oder anderen Lacher zum Wegwischen der Tränen.

Ein Spruch für jede Lage

1990 kam Gerhard Breitsameter an unsere Schule – inklusive eines Jahres als mobile Reserve in Prien und Wasserburg, bevor er der Inntal-Schule für die restlichen 36 Jahre treu blieb. Ganz zu Beginn schnupperte er sogar kurz in die Grundschulstufe hinein, merkte aber schnell, wo sein Herz wirklich schlägt: Bei den „Großen“. Seither ist er der Oberstufe geblieben und hat dort unzählige Schülerinnen und Schüler mit viel Verständnis, jeder Menge Erfahrung – und einem lockeren Spruch, der garantiert nie weit war, durch ihre letzten Schuljahre begleitet. Wer ihn kennt, weiß: Gerhard hatte immer ein offenes Ohr, egal wie stressig der Schulalltag gerade war, und genau diese ruhige, herzliche Art hat so manchem jungen Menschen über schwierige Phasen hinweggeholfen. Kein Wunder, dass er bei Kolleginnen, Kollegen und der gesamten Schülerschaft gleichermaßen beliebt und geschätzt ist.

Konfetti, Tränen und ein Auftritt in drei Akten

Der Abschied begann standesgemäß: Alle Schülerinnen und Schüler bildeten ein Spalier, durch das Herr Breitsameter bei strömendem Konfettiregen geleitet wurde. Schulleiterin Sabine Gandecki hielt eine sehr treffliche, warmherzige und emotionale Rede, die zeigte, wie sehr Gerhard Breitsameter das Schulleben all die Jahre geprägt hat. Das passende Gegenstück zum Tränen wegwischen lieferte Konrektor Gerhard Hartmann, der mit herrlich heiteren Worten konterte –  Taschentücher waren hier ebenso  Pflichtprogramm, auch wenn die Tränen diesmal vor Lachen kamen.

Anschließend zeigte die 8. Jahrgangsstufe ein Theaterstück in drei Akten, das die schönsten (und lustigsten) Highlights aus Herr Breitsameters Schulkarriere Revue passieren ließ. Es wurde viel gelacht – so manche Anekdoten war selbst für unseren angehenden Pensionisten von außen betrachtet nochmal besonders amüsant. 

Musikalische Überraschungen inklusive Beinahe-Comeback

Die Chor-AG steuerte einen ganz besonderen Programmpunkt bei: Anna aus der 6. JGST sang eine umgedichtete deutsche Version von „What a Wonderful World“ – und traf damit genau den richtigen Ton für den Vormittag.

Für den größten Nervenkitzel sorgte dann Schlagzeuger Rainer Schlötterer aus der Schüler-Lehrer-Band, da er sich kurzfristig verletzte und ausgerechnet unser Ehrengast Herr Breitsameter spontan hinter dem Schlagzeug einspringen mussste. Er schlug sich tapfer … und zum Glück ereignete sich kurz darauf eine ebenso spontane Wunderheilung, sodass Gerhard Breitsameter den Ruhestand doch lieber ohne Drumsticks in der Hand antreten durfte.

Den krönenden Abschluss bildete ein zweites Spalier – diesmal standesgemäß zu Genesis‘ „In the Air Tonight“, gleich zweimal gespielt, weil einmal einfach nicht genug Gänsehaut war.

Ein Frühstück, ein Gstanzl und ein herzliches Dankeschön

Auch ehemalige Schülerinnen und Schüler ließen es sich nicht nehmen, morgens noch gemeinsam mit ihrem ehemaligen Lehrer zu frühstücken, bevor der offizielle Teil begann. Den Tag ausklingen ließ das Kollegium bei einem gemütlichen Beisammensein – natürlich nicht ohne das ein oder andere bayerische Gstanzl auf Gerhard.

Lieber Gerhard, danke für 36 Jahre Humor, Herz und Hingabe an unserer Schule. Du warst nie nur „der Kollege im Nachbarzimmer“, sondern für so viele von uns ein echter Wegbegleiter – jemand, bei dem man auch an anstrengenden Tagen wusste: Gleich kommt ein Spruch, der alles wieder etwas leichter macht. Wir wünschen dir für den Ruhestand von Herzen alles Gute: vor allem viel Zeit für die schönen Dinge des Lebens – und wir wissen ja, ganz oben auf deiner Liste steht das Kochen. Sollte dir dabei mal ein Rezept gelingen, das unbedingt getestet werden muss: An der Inntal-Schule finden sich garantiert jederzeit genügend Testesser, die gerne vorbeischauen!

Wir wünschen dir Gesundheit, Gelassenheit und ganz viele genussvolle Stunden am Herd, unzählige Pulverschneetage auf der Skipiste, spannende Reisen in die Ferne und ausgiebiges Schlemmen bei alldem. Danke für die wunderbare gemeinsame Zeit und für deine ganz besondere Leichtigkeit, mit der du uns alle all die Jahre begleitet hast – wir versprechen: Ganz ohne dich wird es an der Inntal-Schule nie wieder ganz dasselbe sein!

Deine Inntal-Schule Brannenburg

Text: S. Werthschütz ; Bild: C. Berger)